{"id":680,"date":"2025-10-01T19:45:30","date_gmt":"2025-10-01T19:45:30","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpress.p698472.webspaceconfig.de\/?p=680"},"modified":"2025-10-04T20:05:03","modified_gmt":"2025-10-04T20:05:03","slug":"prozessfuehrungsbefugnis-einer-wohnungseigentuemergemeinschaft-zur-geltendmachung-von-maengelrechten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.advokat.de\/en\/prozessfuehrungsbefugnis-einer-wohnungseigentuemergemeinschaft-zur-geltendmachung-von-maengelrechten\/","title":{"rendered":"The right of a condominium owners&#039; association to bring legal action to assert rights relating to defects"},"content":{"rendered":"<p>The Federal Court of Justice has ruled that, even after the reform of the Condominium Act, the community of apartment owners can still, by majority vote, assume sole enforcement of the rights of purchasers of condominium units to remedy defects in the common property (Judgment of November 11, 2022 \u2013 Case No. V ZR 213\/21). Furthermore, the conditions for the liability of a seller of a property due to contaminated sites or suspected contamination have been clarified.<\/p>\n\n\n\n<p>Im konkreten Fall hatte eine Immobilienfirma Wohnungen in einem Geb\u00e4udekomplex in M\u00fcnchen verkauft. Bei einer Untersuchung des Bodens auf einer zugesch\u00fctteten Kiesgrube wurden Schadstoffe festgestellt. Die Kl\u00e4gerin ist eine Gemeinschaft der Wohnungseigent\u00fcmer. In zwei Eigent\u00fcmerversammlungen im Mai 2014 und im Oktober 2015 beschlossen die Wohnungseigent\u00fcmer mehrheitlich die gerichtliche Geltendmachung m\u00f6glicher Anspr\u00fcche wegen Altlasten.<\/p>\n\n\n\n<p>Bedeutsam war zun\u00e4chst, ob die Wohnungseigent\u00fcmergemeinschaft \u00fcberhaupt prozessf\u00fchrungsbefugt ist. Hintergrund der Frage ist \u00a7 10 Abs. 6 Satz 3 Halbsatz 2 des Wohnungseigentumsgesetzes a.F. (WEG). Dieser regelte, dass Eigent\u00fcmergemeinschaften M\u00e4ngelrechte aus individuellen Kauf- oder Werkvertr\u00e4gen der Erwerber durch Beschluss an sich ziehen und durchsetzen k\u00f6nnen. Im Rahmen einer Gesetzesreform entfiel diese Regelung der &#8222;Vergemeinschaftung durch Beschluss&#8220; aber ersatzlos. Fachleute zogen daraus bislang unterschiedliche Schl\u00fcsse.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Urteil bleibt es nun bei der bisherigen, flexiblen Praxis. Der BGH judizierte, dass Anspr\u00fcche aus den Erwerbsvertr\u00e4gen, die die M\u00e4ngelbeseitigung betreffen, weiterhin durch Mehrheitsbeschluss &#8222;vergemeinschaftet&#8220; werden k\u00f6nnen. Aus der Verwaltungsbefugnis f\u00fcr das gemeinschaftliche Eigentum sowie der im WEG geregelten Pflicht zu dessen Erhaltung ergebe sich unver\u00e4ndert die Beschlusskompetenz der Gemeinschaft der Wohnungseigent\u00fcmer. Enger gefassten Sichtweisen erteilte der BGH somit eine Absage. In der Pressemitteilung berief sich der BGH auch auf die Gesetzesbegr\u00fcndung, der zufolge die bisherige Rechtsprechung zum Bautr\u00e4gerrecht, nach der eine Vergemeinschaftung von werkvertraglichen Erf\u00fcllungs- und Nacherf\u00fcllungsanspr\u00fcchen m\u00f6glich war, fortgelten soll. Entsprechendes m\u00fcsse f\u00fcr die Vergemeinschaftung von kaufrechtlichen Erf\u00fcllungs- und Nacherf\u00fcllungsanspr\u00fcchen gelten. Der nach der Reform unver\u00e4nderten Interessenlage der Wohnungseigent\u00fcmer trage lediglich diese Sichtweise hinreichend Rechnung.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Sache tr\u00e4gt die von dem Oberlandesgericht gegebene Begr\u00fcndung die Verurteilung der Beklagten zur Nacherf\u00fcllung und somit zur Beseitigung der Altlasten nach \u00a7 439 Abs. 1 BGB nicht. Zwar ist die Annahme, dass das Grundst\u00fcck wegen des Vorfindens einer aufgef\u00fcllten Kiesgrube und eines hierdurch begr\u00fcndeten Altlastenverdachts einen Mangel im Sinne des \u00a7 434 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 BGB a.F. aufweist, nicht zu beanstanden. Die von dem Verk\u00e4ufer wegen eines Altlastenverdachts geschuldete Nachbesserung umfasst aber zun\u00e4chst nur die Ausr\u00e4umung des Verdachts durch Aufkl\u00e4rungsma\u00dfnahmen. Beseitigung von Altlasten kann der K\u00e4ufer erst dann verlangen, wenn sich der Verdacht best\u00e4tigt. Entscheidend ist deshalb, ob \u00fcber den Altlastenverdacht hinaus eine tats\u00e4chliche Bodenbelastung in einem Umfang vorliegt, der die von dem OLG ausgesprochene Verurteilung zur Sanierung tr\u00e4gt. Hiervon kann auf der Grundlage der bislang getroffenen Feststellungen nicht ausgegangen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei R\u00fcckfragen zu dieser Entscheidung sowie ihren individuellen Auswirkungen stehen Ihnen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.advokat.de\/en\/rechtsanwaelte\/simone-krziwanek\/\">Lawyer and notary Simone Krziwanek<\/a>,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.advokat.de\/en\/rechtsanwaelte\/dr-robert-scherzer\/\">Mr. Attorney and Notary Dr. Robert Scherzer<\/a>,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.advokat.de\/en\/rechtsanwaelte\/dr-christian-volkmann\/\">Mr. Attorney and Notary Dr. Christian Volkmann<\/a>&nbsp;as well as&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.advokat.de\/en\/rechtsanwaelte\/oliver-merleker\/\">Mr. Attorney and Notary Oliver Merleker<\/a>&nbsp;gladly available.<br>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The Federal Court of Justice has ruled that, even after the reform of the Condominium Act, the community of apartment owners can still, by majority vote, assume sole enforcement of the rights of purchasers of condominium units to remedy defects in the common property (Judgment of November 11, 2022 \u2013 Case No. V ZR 213\/21). 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